|
Am 11.09.10 ist es wieder so weit. Unsere diesjährige Reise nach Haiti steht kurz bevor. Dieses Jahr werden wir zu dritt den Flug nach Port-au-Prince antreten und das mit sehr gemischten Gefühlen. Die Situation, so sagt man uns, hat sich nach dem schweren Beben noch nicht grundlegend verbessert. Noch immer fehlt es an schweren Räumfahrzeugen, um die zerstörte Hauptstadt von Schutt und Trümmern zu befreien. Noch immer hausen hunderttausende Menschen in provisorischen Zeltstädten oder unter freiem Himmel, traumatisiert von den schrecklichen Ereignissen. Noch immer sind die Lebensmittel knapp und das wenige, was da ist, wird zu Wucherpreisen verkauft. Die großen Hilfsorganisationen sind am Limit, sie fühlen sich zunehmend hilf- und machtlos, angesichts einer weiterhin korrupt agierenden Regierung, die bewusst die Einfuhr der dringend benötigten Hilfslieferungen blockiert und verzögert, wahrscheinlich mit dem Hintergedanken, auf diese Weise Schmiergelder zu erhalten. Doch noch bleiben die Organisationen hart und verweigern jegliche Zahlung von Bestechungsgeldern. Es ist zu hoffen, dass dies auch so bleibt, ansonsten wird der Korruption im bettelarmen Haiti weiter Vorschub geleistet. Doch die Opfer des Bebens, vor allem die Kinder sind die größten Leidtragenden dieser unbegreiflichen Situation.
Wir als kleine Hilfsinitiative werden von diesen Problemen hoffentlich verschont bleiben, reisen wir doch "nur" mit drei Koffern ins Land ein. Die wird man uns wohl lassen.
In Port-au-Prince werden wir dieses Jahr wieder unsere gute Freundin Frau Laguerre treffen, deren Organisation wir nach dem Beben im Januar mit einer Sonderspendenaktion unterstützen konnten. Wir werden ihre Einrichtungen besuchen und uns selbst ein Bild davon machen, wie und wo der Erlös der Spendenaktion eingesetzt wurde.
Auch für Port-Salut gibt es dieses Jahr eine ganz besondere Hilfe: Die Max-Planck Realschule in Bad Krozingen hat ihre diesjährigen Projekttage der Haitihilfe gewidmet und zusätzlich noch durch einen Sponsorenlauf eine stattliche Summe Geld gesammelt, die wir für die Ecole Notre Dame einsetzen werden. Genauer: Von den Spenden werden wir Schuluniformen für die rund 250 Kinder nähen lassen und zwar in Kooperation mit unserer kleinen Nähschule, sowie weiteren Näherinnen vor Ort.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Ihnen allen, liebe Spenderinnen und Spender! Nur durch Ihre großzügigen Spenden wird die Hilfe für die armen Menschen in Haiti überhaupt erst möglich. Und sie benötigen Hilfe. Heute mehr denn je!
Wie üblich werden Sie alle bald nach unserer Rückkehr am 26.09.10 wieder Post erhalten und aus erster Hand von unseren Eindrücken erfahren. Selbstverständlich informieren wir Sie auch weiterhin hier auf unserer Internetseite über die Lage in Haiti und unsere Reise. |